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Arbeitsplanung für den Betriebsrat

Ordnung ist das halbe Leben - Arbeitsplanung für den Betriebsrat

Die neue Amtszeit hat für die meisten Betriebsräte gerade begonnen oder sie steht unmittelbar bevor. Da stellte sich wieder einmal die Frage: Was wollen wir eigentlich in unserer Amtszeit erreichen? Einige wollen eigentlich nur, dass alles so bleibt wie es ist. Die meisten haben aber ambitioniertere Ziele: Doch wir werden aus guten Vorsätzen sichtbare  Erfolge? Dass das mit den guten Vorsätzen so eine Sache ist, kennen die Meisten ja noch vom letzten Neujahrstag. Von den dort gefassten guten Vorsätzen (rauchen aufhören, abnehmen etc.) ist ja auch nicht mehr viel übrig geblieben. Hier sehen Sie, wie Sie es am besten anstellen, dass es  dem Betriebsrat nicht genauso geht: Machen Sie einen Arbeitsplan:

  1. Nehmen Sie sich eine Betriebsratssitzung lang dafür Zeit. Teilen Sie Notizzettel oder Moderatorenkarten aus, auf die jedes Mitglied Themen schreiben kann, mit denen sich der Betriebsrat beschäftigen sollte.
  2. Heften sie die Zettel an die Wand und bitten Sie jedes Betriebsratsmitglied fünf (oder auch mehr oder weniger) Themen zu markieren, die es besonders wichtig findet.
  3. Somit ergibt sich eine Reihenfolge nach Wichtigkeit: Das Thema, das die Meisten Markierungen abbekommen hat ist das wichtigste.
  4. Klären Sie nun ob das Thema erzwingbar mitbestimmungspflichtig ist oder allenfalls der freiwilligen Mitbestimmung unterliegt. Ist es erzwingbar mitbestimmungspflichtig, so kann es durch Ausübung des entsprechenden Mitbestimmungsrechts schnell ausgeübt werden. Was der erzwingbaren Mitbestimmung unterliegt, können Sie im Einzelnen in Ihren kommentierten Betriebsvereinbarungen (im Theorieteil) nachlesen. Themen die nicht erzwingbar mitbestimmungspflichtig sind, können mit dem Arbeitgeber im Rahmen von Verhandlungen und Koppelungsgeschäften vielfach im Sinne des Betriebsrats geregelt werden, nur muss man dazu manchmal erst den passenden Moment abwarten (etwa, wenn der Arbeitgeber gerade mal ein dringendes Anliegen hat).
  5. Schreiben Sie die Themenliste auf und hängen Sie sie am Besten auch im Betriebsratsbüro auf, so dass Sie sie immer vor Augen haben. Haken Sie im Laufe der Zeit ab, was Sie erledigt haben. Das gibt Motivation weiterzumachen.
  6. Anhand der Liste entscheiden Sie welches Betriebsratsmitglied zu welcher Zeit welches Betriebsratsseminar besucht, erarbeiten Sie einen groben Zeitplan, verteilen Arbeitsaufträge an einzelne Betriebsratsmitglieder oder ordnen die Themen Ausschüssen oder Arbeitsgruppen zu und überlegen, welche weiteren Informationen zur Bearbeitung Sie noch benötigen (Kontakt mit Gewerkschaft, Sachverständigen, Rechtsanwälten, Beschaffung von Literatur, etc.).

So strukturiert sind Sie schon einmal nicht schlecht aufgestellt für die nächste Amtszeit. Übrigens ist es nicht schlimm, wenn Sie nicht alles abarbeiten können. Schließlich passiert es ja auch immer wieder, dass auch die Arbeitgeberseite, dem Betriebsrat Themen „aufs Auge drückt“, mit denen sich der Betriebsrat dann zwangsläufig beschäftigen muss, etwa Betriebsänderungen, Rationalisierungsmaßnahmen etc. Daher kann man sich an den Plan nicht sklavisch halten, er hilft aber ungemein, seine Ziele und deren Erreichung nicht aus den Augen zu verlieren.

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